Augenstück [Creepy Poem]

Dieses Gedicht kam eines Tages über mich. Buchstäblich aus dem Nichts. Ohne einen Anlass oder einen bewussten Gedanken. Als hätten fremde Stimmen es in meinen Kopf geträufelt. Es löst in mir eine tiefe Angst aus, die ich einfach nicht erklären kann. Als gäbe es darin eine versteckte Wahrheit, die mich förmlich anstarrt und die sich doch immer wieder meinem Blick entzieht. Jedenfalls frage ich mich bis heute, was es bedeutet. Vielleicht – so ist zumindest meine Befürchtung – werde ich es noch erfahren:

Im Blutstern entstanden
gehüllt in Augensalze
Darin geschürft nach ranzigem Gold

Im Strom verflossen,
zur Reise entstiegen
Das Steigen genossen,
zum scheinbaren Frieden

Und irgendwann
Ankunft

Und der Stuhl ist leer
Der Raum noch immer kalt

Es ist noch da
Nie wird es gehen
Es grüßt mich freundlich
Es küsst mich freundlich
mit fahlem Munde
frisst es mich freundlich

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