Einhornträume

Der Mond warf seinen Platinglanz
Auf mich und mein so wundes Herz
Der Klang von Hufen rief zum Tanz
In jener Nacht im späten März

Ein Wesen aus dem Märchenreich
Durchbrach das zitternde Geäst
Zerbroch’ner Sterne Splitter gleich
Glänzt weiß sein Fell – ein Augenfest

So rein die Kraft, die es verströmt
Die Unschuld, die es atmen lässt
Sein sanfter und doch starker Kopf
hält mich und meine Seele fest

Als Kind hab‘ ich in mancher Nacht
Mir sein Erscheinen heiß ersehnt
Hab voller Träume still gewacht
Und seinen Namen oft erwähnt

Nun bin ich glücklich und erfüllt
Von seiner Andersartigkeit
Auch wenn mein Mund vor Schmerzen brüllt
So fühlt mein Herz doch Dankbarkeit

Allein sein silbrig strahl’ndes Horn
Verwandelt all dies Licht in Graus
Es drang durch meine Brust von vorn
Und trat im Rücken wieder aus

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