Das schrecklichste Monster

Als ich diese Nacht erwachte,
wand ich mich im kalten Schweiß.
War dort was, das finster lachte?
Eine Hand so kalt wie Eis?

Drang ein Stöhnen aus der Ecke,
neben meinem alten Schrank?
Mag sich dort ein Alp verstecken,
runzlig, eiternd, bleich und krank?

Rüttelt etwas an den Fenstern,
um sich zutritt zu gewähr’n?
Dringt durch meine Haut mit Fingern,
wie aus angeschliff’nen Speeren?

Klebt dort etwas an der Decke,
wie ein Loch in Zeit und Raum?
Um sein schwarzes Fleisch zu strecken
und mich lebend zu verdau’n?

Sind die Wände voll von Käfern,
schillernd, glänzend, hart und kalt,
die den Mund erfüll’n von Schläfern
sich im Bauch vermehren bald?

Bin ich eingekreist von Schatten,
die aus tausend Augen starr’n?
Die mich würgen, brechen, packen
und zuletzt im Grab verscharr’n?

Doch dann jagt das eine Wesen
alle and’ren Ghule fort.
Ich bin lang schon seins gewesen
Bin es ganz auf immerfort.

Webt mich ein in dicke Fäden,
drückt sich fest auf meine Brust,
nährt sich stets von Glück und Leben
mit niemals vergeh’nder Lust.

Eifersüchtig und erstickend
lähmt die Einsamkeit mein Blut.
Gönnt mir keine andere Seele
gleich, ob finster oder gut.

Und so gräbt sich die Erkenntnis
wie ein Dolch durch Mark und Bein,
dass mein Bett seit Jahren leer ist –
bin auf dieser Welt allein.

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